Mühlen am Brunnbach

Weg Nr. 39

0 m1h305,5 kmSchwierigkeit:

 

Lehrweg zu Wirtschaft, Geschichte und Technik entlang des Brunnbaches

 

Dieser Energielehrpfad – ein Spazierweg zu den Mühlen am Brunnbach – führt seit Sommer 2000 zu den verschiedenen Mühlen und Unternehmen am Brunnbach. Da die meisten der Mühlen heute nicht mehr in Betrieb sind, finden Sie am Weg Tafeln mit Beschreibungen der einzelnen Mühlen. Die hier skizzierten Spaziergänge ins alte Thalgau vermitteln so einen Eindruck der Wirtschaftsweise und Lebenswelten vergangener Jahrhunderte.

 

Nachstehende Mühlen befinden/befanden sich am Weg von Oberdorf in Richtung Vetterbach:

 

 

 

 

Schiffer-Mull
Typisches Beispiel für die Doppelnutzung als Getreide- und Sägemühle. Erstmals im Jahr 1584 als „Schiffer-Mull“ erwähnt. Das Sägerad hatte einen Durchmesser von 4,2 Meter, ist aber heute nicht mehr in Betrieb.
Urthalergut
Bis ins Jahr 1336 lässt sich die Geschichte des „Urthalergutes“ zurückverfolgen. Ein 3 Meter großes Schöpfrad förderte das Wasser aus dem Bach. Trink- und Nutzwasser wurden so gewonnen. Das Brunnbachwasser wird heute nicht mehr genutzt.
Mayermühle mit Venezianischem Gatter
1182 fand das Gebäude der heutigen „Mayermühle“ erstmals Erwähnung, sie ist die älteste Mühle Thalgaus. 1495 wurde sie durch eine Säge erweitert. Noch im Jahr 2000 war in diesem Sägewerk der älteste Venetianische Gatter erhalten.
Oberdorfgut
Energielieferant war der Brunnbach für rund 600 Jahre. Erste Erwähnung des Wasserrades um 1350. Die Kraft des Rades trieb landwirtschaftliche Maschinen zum Futterschneiden und Dreschen an. Seit 1940 nicht mehr genutzt.
Schmiedmühlanwesen
Diese Mühle hatte eine enorme Bedeutung, denn um 1829 standen an diesem Ort sogar 3 Mühlräder mit jeweils 2,2 Meter Durchmesser. Alle 3 dienten der Energiegewinnung; für den Antrieb wurden eigene Holzgerinne als Wasserzuleitungen erbaut. Auch dieser Betrieb ist aufgelassen.
Mühlschmiede
Noch auf die Zeit vor 1400 geht diese Schmiede zurück. Werkzeuge, Hufeisen und Gebrauchsgegenstände aus Eisen wurden vom Schmied erzeugt. Um 1929 kamen sogar 4 Räder für die Schmiedearbeiten zum Einsatz – ein Schleifrad, zwei Blasbalgräder und ein Hammerrad.
Wasserhämmerl zu Vischwang (Drahtzug, später Zinnoxydfabrik)
Ab 1483 als Mühle genutzt, errichtete man hier im Jahr 1546 einen Eisenhammer. 40 Jahre später wurde die Schmiede in einen Drahtzug umfunktioniert – zur Herstellung von Metalldrähten. 1884 wurde der Drahtzug in eine Zinnoxydfabrik umgebaut.
Griesmühle und Sag zu Unterdorf
Hier wurden die Fässer für den Versand von Zinnoxyd hergestellt. Heute wird hier mittels Turbine elektrischer Strom erzeugt.
Müll und Sag zu Mülleiten
Um 1890 Umbau zur Herstellung von Emailmasse. Das Sägewerk blieb weiter bestehen, 1914 wurde ein Dynamo installiert und damit das Thalgauer Stromnetz aufgebaut.
Das eingehängte Mühlrad an der Sag
In früherer Zeit betrieb man hier eine Mühle und eine Säge. Mit dem Strom, der heute mittels Turbine erzeugt wird, kann der moderne Sägebetrieb zur Gänze versorgt werden.
Behausung und Eisenhammerwerk
Das Gebäude stammt aus der Zeit um 1400. Im Jahr 1577 errichtete man hier ein Eisenhammerwerk sowie eine Schmiede. 1874 wurde der Betrieb in eine Werkzeug-, Hufeisen- und Stollfabrik umgewandelt. 1879 von Hermann Lang übernommen, wurde die Fabrik zum damalig zweitgrößten Industriebetrieb Thalgaus.
Spannsag am Zehenthof
Sie gehörte zusammen mit der Lohstampfe (Mühlentyp der Gerberei) zu den ersten Nutzern des Brunnbachs. Die Lohstampfe übernahm die mechanische Tätigkeit des Mörserstampfens zum Zerkleinern von Baumrinde. 1829 gab es an dieser Stelle noch 3 Mühlräder.
Müll und Sag in Thalgau
Um 1500 zum ersten Mal erwähnt. Die Kraft des Brunnbachwassers wird heute noch genützt. Mittels Turbine wird elektrischer Strom erzeugt, bis 1929 waren ein Mühlrad mit 3,7 Meter Durchmesser und ein Sägerad mit 4 Meter Durchmesser in Betrieb.
Wasserhammer-Werkstatt
In dem Gebäude wurde um 1790 eine Sensenschmiede eingerichtet und ab 1860 war eine Pfannenschmiede untergebracht. Von 1891 bis 1898 fertigte man an diesem Ort Glocken aus Gussstahl, später wurden dort noch Werkzeuge hergestellt.
Sensenschmiede
Die hochfürstliche Hauptmessinghandlung gründete 1679 östlich von Thalgau eine Sensenschmiede. Ein Jahr später kaufte der Sensenmeister Simon Kaltenbrunner das staatliche Unternehmen. Erzeugt wurden jährlich 20.000 Sensen und Sicheln sowie 2.400 Strohmesser. Ein Wasserrad, mit dem eine Säge betrieben wird, ist hier am Unterlauf des Baches noch im Einsatz.