Kolomanskirche Rundweg

Weg Nr. 37

550 m2h307 kmSchwierigkeit:

 

Dieser Weg startet bei der Jausenstation Wasenmoos/Mooswirt. Sie gehen von der Einkehr die östlich gelegene Straße ca. 200m Richtung Thalgau und folgen an der Kreuzung links die Kolomanstraße bergauf, vorbei an Bauernhöfen und neu erbauten Wohnhäusern. Nehmen Sie sich am Weg Zeit das herrliche Panorama von dort zu genießen. Der Untersberg, der Dachstein mit Gletscher, der Schafberg uvm. zeigen Ihnen die prächtige Bergwelt der Region. Nach ca. 1,6 km erreichen Sie eine Straßengabelung vorm Weiler „Rauchenschwand“. Ab hier haben Sie 2 Möglichkeiten zur Kolomanskirche zu gehen:

a) „Rauchenschwand“ bei der Gabelung rechts halten, gerade aus entlang der kleinen Straße Richtung Osten durch die Wohnbebauung, beim Forstschranken vorbei ein gutes Stück entlang der Forststraße. Nach ca. 1km im Wald zweigt der Weg dann links bergauf ab und Sie marschieren durch einen sehr schönen Waldbereich Richtung Kirche, kommen kurz vorher auf die asphaltierte Straße und nehmen die letzten Meter rechts entlang der Straße.

b) „Rauchenschwand“ bei der Gabelung links bergauf halten und immer entlang der asphaltierten Straße gehen, vorbei am Fahrverbot führt Sie die Straße durch den Wald bis zur Kolomanskirche (1.098m), zur Radarstation und zum „Augenbrünnlein“, hinter der Kirche gelegen.

Von der Kolomanskirche aus gibt es schöne Wandermöglichkeiten zur Schernthan und von dort retour nach Thalgau oder zur Einkehr Wasenmoos, nach Mondsee (Weg 8) oder Zell am Moos.

 

 

 

Kolomanskirche – Letzte vollständig erhaltene Holzkirche Österreichs

 
Ein besonders bemerkenswertes Volksheiligtum stellt das Kolomanskirchlein auf dem Kolomansberg dar. Der Heilige Koloman war ein irischer Königssohn, der auf einer Pilgerreise ins Heilige Land durch Österreich kam und auf dem Kolomansberg Rast machte. Bei seiner Weiterreise wurde er in Stockerau bei Wien als Spion festgenommen. Er wurde gefoltert und schließlich am 30.Oktober 1012 auf einem Holunderbaum gehenkt. Der Überlieferung nach verweste der Leichnam nicht und der Baum trieb Blüten. Als die Donau infolge Hochwasser über die Ufer trat und das Land überschwemmte, blieb das Grab Kolomans unberührt. Diese Wunderzeichen führten dazu, dass er im Volk bald als Heiliger verehrt wurde. Schon 1070 gab es Kolomanikirchen.

Der Hl. Koloman war der Heilige des einfachen Volkes, der Bauern und Wandersleute. Seinem Schutz wurde das Vieh anvertraut, aber auch Brunnen und Quellen. An der Stelle, wo Koloman auf dem Kolomansberg Rast machte, entsprang eine Quelle, das „Kolomansbrünndl“. Dieses Quellenheiligtum war weithin bekannt und wurde vor allem von Fuß- und Augenleidenden aufgesucht.
Der Beginn des Kolomankultes auf dem Berg ist unbekannt. Urkundliche Hinweise gehen auf 1462 und 1511 zurück, wo bereits eine dem heiligen Koloman geweihte Stätte bestand. Es wird auch vermutet, dass es ein alter Thingplatz oder Opferberg gewesen sein könnte.
Um die Kolomansverehrung waren besonders die Äbte Wolfgang Haberl und Simon Rebiser bemüht, der das Kirchlein 1658 erbaute. Früher war das Kolomanskirchlein von Wallfahrern und Prozessionen stark besucht. Der besondere Anziehungspunkt war die Quelle. Viele Votivgaben bewiesen das.

Das Kolomanskirchlein ist ein reiner Holzbau. Der rechteckige Blockbau mit den Ausmaßen 16 x 8,4m ist zur Gänze von einem Schindelmantel umgeben. Ein ausladendes Walmdach mit einem Dachtürmchen (Dachreiter) mit Glocke (Wunschglocke) am westlichen Firstende überdeckt den Kantholzbau. Die Grundfesten sind steingemauert. In der Ausgewogenheit ihrer Maße und Formen stellt sie ein ehrwürdiges Denkmal früher Kirchenbaukunst auf dem Lande dar.
Das Innere ist ein den Außenmaßen entsprechender schlichter Raum mit einer Flachdecke. Die Wände sind weiß gestrichen, an denen der geringe Rest vom ehemals reichen Bestand hölzerner Votivgaben in Form von Bildern und Krücken angebracht sind. Außerdem sind jetzt zum Kriegergedenken Tafeln mit den Namen von Gefallenen angebracht.
An der Ostseite steht ein barocker Altaraufbau mit einer einfachen Kolomansstatue und einem Antependium. Einst hier vorhandene gotische Figuren wurden während des letzten Krieges weggebracht.
Der Erhaltungszustand der Kirche ist derzeit gut, nachdem die nötige Restaurierung des Altares und einige kleinere Ausbesserungsarbeiten durchgeführt wurden.

Auch heute noch ist das Kolomanskirchlein das Ziel Betender von der Mondseer und Thalgauer Seite. Mancher Wanderer, der hier einkehrt, fühlt sich näher seinem Schöpfer.