Via Sacra

Weg Nr. 39

50 m2h8 kmSchwierigkeit:

Menschenschicksale, Freud und Leid, Hoffen und Erflehen haben im ländlichen Lebenskreis wohl nirgendwo sonst derart beredten Ausdruck gefunden wie auf Marterln, Votivtafeln, Bildstöcken, Wegkapellen und Flurkreuzen.

Um diese oft einzigartigen Zeugnisse in der Gemeinde Thalgau zu bewahren, begann das Thalgauer Bildungswerk unter OSR Balthasar Iglhauser zum „Salzburg Jahr 1985“ als landesweites Pioniermodell, die erste Bestandsaufnahme mit 29 Objekten zu dokumentieren.

Der Themenwanderweg „Via Sacra“ führt entlang zahlreicher beeindruckender Thalgauer Kleindenkmäler, die mit ihrer sakralen Ausdruckskraft das Bewusstsein und die Freude für die Bewahrung und Erhaltung dieser kostbaren Schätze der heimischen Kulturlandschaft stärken und für die Zukunft fördern.

Start ist im Jilkagarten, wo sich auch der Franzosenstein befand. (derzeit in der Hundsmarktmühle)

 

 

 

1) Franzosen/Steindenkmal
Der Grabstein wurde im Jänner 1801 am späteren „Rastfeld“ des „Weberbauerngutes“ für drei französische Soldaten aufgestellt. Am 6. Mai erfolgte die Enthüllung der neuen Steininstallation im Jilkagarten.
2) Gerichts/Kapellenbildstock
1685 von Georg Heisinger errichtet, beherbergt sie die Holzstatue des „Heiland auf der Wies“ und zwei Rundflügel mit dem Hl. Florian und der Hl. Brigitta.
3) Reitsamer/Kapelle
Erbaut 1852 aus Dankbarkeit über die Verschonung beim Dorfbrand vom Gastwirtpaar Leopold und Wilhelmine Reitsamer.
4) Vetterbach/Kapellenbildstock
1859 durch Anna Zeller errichtet, ging der Bildstock 1933 in den Besitz des „Obervetterbachgutes“ über. 1987 abgerissen und etwas versetzt neu aufgebaut.
5) Schmiding/Kapelle
1865 vom „Hinterschmidingbauer“ Matthias Grubinger mit Baumeister Eugen Reindl errichtet. 1980 wurde das kostbare Altarbild „Maria Hilf“ gestohlen. Renoviert 1948 und 2004.
6) Elsenhub Kapellenbildstock
Der frühere Bildstock stand vermutlich bereits vor 1900. 1993 abgerissen und etwas zurückversetzt neu errichtet. Er ist er eine Station beim jährlichen „Wetterbittgang“ vor Christi Himmelfahrt.
7) Ramsauer/Kapelle
Vor 1900 befand sich die alte Wegkapelle nach Egg auf der anderen Straßenseite. 1976 wurde das Bauwerk bei der Höherlegung im ganzen Zustand auf den heutigen Standort gehoben und saniert.
8) Hofer/Kapellenbildstock
Der Bildstock auf dem „Kapellenfeld“ ist 1743 errichtet worden. Die Wandbilder des Hl. Georg und Hl. Martin sind wahrscheinlich aus der Zeit des Thalgauer Kirchenbaues 1755. Renoviert 2000.
9) Unterforsthub/Kapelle
1850 von Simon Falkensteiner gebaut und dem Hl. Sebastian geweiht. Hinter der Kapelle führt der alte Prozessionsweg nach Hof vorbei, der vor allem bei Wallfahrten am „Sebastianstag“ genützt wurde.
10) Zischken/Kapelle
Der Kapellenbildstock mit dem Originalgitter wurde 1902 von Matthias und Elisabeth Gschwandtner errichtet. Seit 1920 wird hier im Marienmonat Mai jeden Tag Rosenkranz gebetet.
11) Zwölf Apostel/Kapelle
Bereits vor 1900 gebaut, war die Kapelle früher am „Stunkenbittgang“ der Mägde nach Plainfeld eine Gebetsstation. Die Originaltafeln der 12 Apostel befinden sich im Museum „Hundsmarktmühle“.
12) Stölling/Kapellenbildstock
Der Bildstock wurde wahrscheinlich erst nach 1900 aus Dankbarkeit über eine Lebensrettung aus dem Bach vom „Stöllingschuster“ errichtet. 1980 führte man eine umfangreiche Renovierung durch.
13) Gastager/Kapelle
1915 aus Dankbarkeit über die Rückstellung vom Kriegsdienst von Martin und Maria Gastager errichtet. Die große „Lourdesgrotte“ beinhaltet eine Muttergottes aus St. Ulrich. Im Jahre 2006 saniert.
14) Mamoos/Kapellenbildstock
Vermutlich als Gebetsstelle für die in der Gegend arbeitenden Holzarbeiter vor 1900 erbau. Der Bildstock ist durch den Straßenstandort baulich vor allem im Winter stark von Schäden geprägt.
15) Urthaler/Wetterkreuz
Am früheren Weg von „Holzleithen“ über die „Breitwies“ nach Enzersberg stand bereits 1870 ein Wetterkreuz. 1986 erneuert, gab man die Originalfiguren dem Museum „Hundsmarktmühle“.
16) Mayermühlen/Kapelle
Als Erbauer der ersten Holzkapelle kann Gabriel Schwertl 1629 vermutet werden. Bereits 1775 wird eine kostbare Marienstatue erwähnt, die 1920 verkauft wurde. Saniert 1986 und 2002.
17) Mühlschmied/Kapelle
Aus Dankbarkeit über die Heilung von einer schweren Krankheit 1880 vom Schmiedmeister Johann Ebner als Schlackenbau errichtet. Der Altar stammt nach 1900 aus der Lieferinger Kirche.
18) Drahtzug/Kapelle
1887 vom Gastwirtpaar Franz und Maria Schoosleitner aus Dankbarkeit über geschäftliche Erfolge gebaut. Die Innenbilder stammen von der Künstlerin Gerda Lengauer. 1980 vorbildlich renoviert.
19) Tiefgraber/Säulenbildstock
Wahrscheinlich um 1904 zum Gedenken an einen beim „Pilotenschlagen“ zur Uferbefestigung verunglückten italienischen Arbeiter errichtet.
20) Strobl/Kapellenbildstock
1805 von Maria Paarin zum Gedenken an ihren bei der Feldarbeit ums Leben gekommenen Mann errichtet. Die Rückwand ist mit dem Bild des Unfallherganges geschmückt. Im Jahre 1998 saniert.
21) Sagermühlen/Kapelle
Bereits 1804 als „Wegkapelle an der Brettsäge“ erwähnt, wurden die kostbaren Rokokostatuen der Heiligen Rupert, Virgil, Anton von Padua, Johann Nepomuk und Glasstürze um 1980 gestohlen.
22) Herrenhub/Kapelle
Die mit 14 Kreuzstationen und den Altarheiligen Florian, Rupert und Virgil ausgestattete Kapelle wurde 1750 von Lorenz Sinnhuber erbaut. Die großzügige Sanierung erfolgte im Jahre 1989.
23) Hohe Kreuz/Kapellenbildstock
Als Ersatz für die 1962 beim Bau der neuen Ortseinfahrt abgerissene, mit einem Kreuzgewölbe ausgestattete „Schwabenkapelle“ 1963 errichtet. Die Weihe erfolgte am Karfreitag 1968.